Tipps für Studierende: Online-Lernen lernen

Struktur und Organisation sind das A und O beim selbstbestimmten Lernen mit digitalen Medien, dem sogenannten E-Learning. Das Besondere am E-Learning ist die zeitliche Flexibilität, das ortsunabhängige Lernen und der leichte Zugang zu Lerninhalten. Konkret bedeutet das, dass Sie sich die Lerninhalte selbst über die unieigene Lernplattform aneignen. Sie können dabei in der Regel selbst entscheiden, wann Sie auf die Lerninhalte zugreifen möchten. Flexibilität und Individualität – das hört sich zunächst vielversprechend an, oder? Was passiert aber, wenn Ihre Seminare und Vorlesungen ohne regelmäßige Präsenztermine und ohne den physischen und direkten Austausch mit Kommiliton*innen und Lehrenden stattfinden? Nicht nur die klassische Art der Kommunikation im Hörsaal oder Seminarraum, sondern auch die Art der Informationsbeschaffung und -aneignung ändern sich, weshalb E-Learning ein hohes Maß an Selbstorganisation erfordert. Wie kann das gelingen?

Die folgenden Tipps können Ihnen vielleicht dabei helfen.

Angebote des Psychologischen Beratungsservice (PBS)

Die Berater*innen des Psychologischen Beratungs-Service (PBS) haben auf der Seite “Mein Studium hat Corona!” hilfreiche Tipps im Umgang mit der Krise zusammengestellt. Weitere Materialien finden Sie hier.

Stichwort: Selbstorganisation

Einen Arbeitsraum und eine Wohlfühlumgebung schaffen.

Wählen Sie einen Arbeitsplatz, der für Sie am besten geeignet ist und an dem Sie sich wohlfühlen. Entscheidend ist, dass Sie sich dort gut konzentrieren können.

Im virtuellen Bereich umfasst der Arbeitsraum die Lernplattform (bei uns in der Regel Stud.IP), die für die Online-Lehre von den Lehrenden genutzt wird. Im ersten Schritt sollten Sie sich mit dieser Plattform auseinandersetzen und vertraut machen. Es ist empfehlenswert, relevante Tools im Vorfeld einmal auszutesten. Welche Funktionen und Anwendungen gibt es und welche Features sind wichtig für Sie?

Mit Plan arbeiten.

Ein großes Projekt steht an und Sie können sich nicht aufraffen, endlich anzufangen? Kommt Ihnen diese Situation, die sogenannte „Aufschieberitis“, bekannt vor? Hier kann es hilfreich sein, große Aufgaben in kleine Teile und Teilziele zu unterteilen. Das Durchlesen des Seminarplans oder Semesterplans ist nicht nur empfehlenswert, sondern kann Ihnen eine Orientierung für die Erstellung Ihres Lernplans geben. Zu wissen, was Sie erwartet und was von Ihnen verlangt wird, kann zudem ein Gefühl von Sicherheit erzeugen. Beispielsweise könnten Sie eine Reihenfolge festlegen und für jedes Zwischenziel eine Deadline festlegen. Dieses schrittweise Arbeiten lässt ein großes Projekt auf einmal umsetzbar erscheinen. Darüber hinaus können Tagesziele und konkrete To-Do-Listen dabei helfen, die Teilvorhaben zu erledigen. Das Abhaken einzelner Aufgaben visualisiert kleine Erfolgsschritte und den Fortschritt des Arbeitsprozesses.

Tipp: To-Do-Listen lassen sich z.B. mit Microsoft To Do, Todoist oder als Kanban-Board mit Meistertask führen. Ein solches Board wird in Kürze auch in der Uni-Cloud zur Verfügung stehen („Deck”).

Das Wichtigste zuerst: Ablenkungen vermeiden.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Anstatt die Zeit produktiv für das Lernen zu nutzen, „verbummeln“ wir die Zeit mit Surfen im Internet oder anderen Lieblingsbeschäftigungen. Hierbei kann es nützlich sein, Apps und Websites für bestimmte Zeiten zu blockieren oder eine beschränkte „Bildschirmzeit“ einzustellen.

Oder Sie versuchen die Pomodoro-Technik und takten Ihre Arbeits- und Pausenzeiten mithilfe eines Weckers oder einer App.

Ein weiterer Ansatz, um produktiv zu arbeiten, ist Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit („Eisenhower-Prinzip“) zu unterteilen. Insbesondere wenn To-Do-Listen immer länger werden, könnte dieses Prinzip hilfreich sein.

Tipp: Legen Sie zwischendurch unbedingt Pausen ein und integrieren Sie diese fest in Ihren Plan.

Stichwort: Kommunikation

Auch online gemeinsam.

Wenn der soziale Austausch auf dem Campus fehlt, ist es umso wichtiger, dass Sie Ihre Kontakte dennoch pflegen, um ein Gemeinschaftsgefühl aufrechtzuerhalten. Und gemeinsames Lernen macht oft einfach mehr Spaß. Gespräche und Diskussionen per Video bieten sich besonders gut für diesen Austausch an. Auch bei Fragen, die das Online-Lernen betreffen, kann es hilfreich sein, wenn Sie sich mit Ihren Kommiliton*innen beraten und austauschen.

Wichtig: besonders bei der schriftlichen Online-Kommunikation kommt es leicht zu Fehlinterpretationen von Aussagen, weil das Gegenüber mit Mimik und Gesten fehlt. Es ist daher wichtig, beim Schreiben zu überlegen, ob etwas missverstanden werden kann.

Um Hilfe bitten.

Für Online-Seminare und das digitale Lernen ist der Zugang zu einem zuverlässigen Internetanschluss und einem geeigneten Gerät (idealerweise ein Laptop oder Desktopgerät plus Headset und ggf. Webcam) elementar.

Nicht alle haben diese Ausstattung. Manche sind auf mobile Daten und das eigene Mobilgerät angewiesen, um sich mit dem Online-Unterricht (E-Learning) zu verbinden. Zudem fehlen vielen Studierenden räumlichen Ressourcen wie die Bibliothek und die Labors. Setzen Sie sich mit der Universität und Ihren Lehrenden in Verbindung, wenn Sie davon betroffen sind. Es findet sich bestimmt eine Lösung!

Gemeinsam die Lehre weiterentwickeln.

Manche Lehrende und Studierende haben schon viel Erfahrung mit Online-Lehre, andere weniger. Das Konzept für eine funktionierende Online-Lehre erfordert neben der Auswahl geeigneter digitaler Tools von vielen Lehrenden eine weitreichende Umstrukturierung ihres bisherigen Lehrkonzepts. Das stellt eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar.

Die Überschrift „Gemeinsam die Lehre weiterentwickeln“ könnte aktuell ein Leitspruch für die Online-Lehre und das gemeinsame digitale Lehren und Lernen sein: Die Ideen und Anregungen von Studierenden zu bewährten Online-Formaten und Tools sowie Erfahrungsberichte werden für viele Lehrende eine Bereicherung darstellen. Wenn Sie Verbesserungsvorschläge haben, teilen Sie Ihre Ideen gerne mit!

Stichwort: Tools und Ressourcen

Stud.IP für Kommunikation und Zusammenarbeit

In Stud.IP können Lehrende in ihren jeweiligen Lehrveranstaltungen – unter dem Reiter Teilnehmende – Nachrichten an alle Personen in ihrer Veranstaltung senden. Diese Nachrichten werden als E-Mail weitergeleitet. Zudem gibt es einen Dateibereich, in dem Dateien abgelegt werden können. Auch Sie als Studierende können in dafür angelegten Ordnern Dateien ablegen (entsprechende Rechte müssen von den Lehrenden gesetzt werden).

Weitere Tools sind das Forum für die Kommunikation, z.B. Fragen und Antworten, und das Wiki, um Informationen gemeinsam zu sammeln und zu veröffentlichen. In der jeweiligen Veranstaltung können Lehrende über Stud.IP Gruppen einrichten, um die Gruppenarbeit zu unterstützen. Lehrende können jeder Gruppe einen eigenen Dateibereich und ein eigenes Wiki zuweisen.

Studierende können sich in Stud.IP Studiengruppen einrichten. In eine Studiengruppe können Sie andere Studierende bzw. Personen aus Stud.IP einladen. Innerhalb der Studiengruppe finden sich unter dem Reiter „Verwaltung” eine Vielzahl von Tools und Plugins, die Sie in der Studiengruppe zusammen nutzen können (Dateien, Wiki, Forum und viele mehr). Zum Beispiel können Sie dort ein WordPress-Blog für sich allein bzw. Blogs für alle Teilnehmenden dieser Studiengruppe anlegen.

Stud.IP für Online-Lerneinheiten

Lehrende können Lerneinheiten in Stud.IP über das Plugin Courseware bereitstellen. Courseware ermöglicht Lehrenden, Kapitel und Abschnitte zu verfassen, die aus Text, PDF, Bildern, Videos und anderen Formaten bestehen. Zudem lassen sich kleine Tests einbetten, die ebenfalls in Stud.IP mit dem Plugin Vips (s.u.) erstellt werden können.

Stud.IP für Tests und Aufgaben mit Deadline und Feedback

Mit Vips lassen sich Tests in Stud.IP mit unterschiedlichen Aufgabenformaten wie z.B. Lückentexte, Zuordnungen, Freitext, Single Choice oder Multiple Choice erstellen. Sie als Student*in bearbeiten die Tests direkt in Stud.IP.

Mit dem Stud.IP-Plugin Clocked können Aufgaben mit Deadline gestellt werden und es besteht die Möglichkeit, dass Lehrende Ihnen Feedback geben. Peer-Feedback durch Ihre Kommiliton*innen ist ebenfalls möglich. Aufgabenstellungen können direkt in Textfeldern bearbeitet werden oder durch das Hochladen von PDF-Dateien.

Zusammenarbeit an Textdokumenten, Präsentationen oder Tabellen in der Uni-Cloud

Die Universität Oldenburg bietet Lehrenden und Studierenden mit OnlyOffice verschiedene Office-Anwendungen (Text- und Tabellendokumente sowie Präsentationen) an. Gemeinsam mit anderen können Sie zeitgleich und direkt im Browser die Dokumente bearbeiten. Lehrende können Ihre Texte lesen, kommentieren und überarbeiten (mit Änderungsverfolgung). Ebenso können Sie in OnlyOffice gemeinsam an Dokumenten, Tabellen oder Präsentationen arbeiten.

Zugang zu OnlyOffice erhalten Sie über die Cloud der Universität: https://cloud.uol.de

Um OnlyOffice nutzen zu können, muss einmalig die Cloud der Universität aktiviert werden.

Zu einigen der Tools der Universität Oldenburg finden Sie hier im Blog der E-Didaktik  Informationen und Anleitungen als PDF oder Videotutorial.

Quellen