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Grundschüler entdecken die Weihnachtsgeschichte mit einem audiodigitalen Lernstift

Grafik 1: Die Weihnachtsgeschichte – Geburt Jesu. Link: https://pixabay.com/de/illustrations/weihnachten-weihnachtskrippe-krippe-1875877/

1. Einleitung

Herzlich Willkommen! Wir sind Sophia Lopes und Melanie Rack und haben im Rahmen einer Seminararbeit einen Unterrichtsentwurf für das Fach Religion entworfen. In diesem Blogbeitrag wird eine fiktive Doppelstunde für die zweite Klasse einer Grundschule bezüglich Sprachsensibilität und Digitalität dargestellt. In der Doppelstunde entdecken die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit Hilfe von audiodigitalen Lernstiften die Geschichte der Geburt Jesu.

Da fachliches und sprachliches Lernen Hand in Hand geht, sollte Sprache nicht nur als Medium, sondern auch als Gegenstand Platz im Unterricht finden. Die Verknüpfung von fachlichem und sprachlichem Lernen nimmt in der erarbeiteten Unterrichtsreihe eine wichtige Rolle ein. Der selbstständige Umgang mit Sprache, mit Hilfe der audiodigitalen Lernstifte, betont den Aspekt der Sprachsensibilität gleichermaßen wie den des fachlichen: Die Lernenden entdecken die Unterrichtsthematik durch die differenzierte sprachsensible Erarbeitung mit Audiodateien. Des Weiteren lebt die globale Gesellschaft zunehmend in einer digitalen Welt. Daher ist es auch für Schülerinnen und Schüler bereits in der Primarstufe wichtig, dass Medienkompetenzen erworben werden und die Lernenden mit digitalen Techniken umgehen können (vgl. Wedding 2020, S. 74f.).
Die Digitalität in Bildungsinstitutionen kann zudem neue Lernerfahrungen und Zugänge für Lernende ermöglichen (vgl. Hugger/ Walber 2010, S. 9f.).
Digitale Technik schafft außerdem eine größere Vielfalt an Lernzugängen in Bildungsinstitutionen und erweitert demnach die Lernwelten der Schülerschaft. Darüber hinaus ergänzen vielfältige digitale Lernmittel die Qualität von Unterricht und ermöglichen individuelle Lernwege in heterogenen Lerngruppen (vgl. Hartmann/ Purz 2018, S. 10).
Um auch den Prozess des Erlernens von religiöser Sprachfähigkeit zu ermöglichen, eignen sich daher mehrere Zugänge zur Sprache. In der fiktiven Doppelstunde wird die Geschichte von der Geburt Jesu den Kindern nicht nur auditiv, sondern auch visuell verdeutlicht. Die Schülerinnen und Schüler werden auf dem jeweilig individuellen Sprachniveau akzeptiert und die religiöse Sprachfähigkeit somit gefördert.

Zu Beginn wird die theoriegeleitete Sachanalyse der Thematik erläutert. Des Weiteren wird die didaktische Begründung dargestellt, ein Bezug zum Kerncurriculum hergestellt und die Lernziele sowie angestrebten Kompetenzen der Doppelstunde erläutert. Darüber hinaus wird in der methodischen Begründung beschrieben, warum die gewählten Medien im Hinblick auf die Unterrichtsinhalte gewählt wurden. Da die audiodigitalen Lernstifte als Medium den Schwerpunkt der Doppelstunde bilden, wird hierzu eine detaillierte Erläuterung gegeben. Zudem wird ein Einblick in die Abwägung möglicher Alternativen vorgestellt. Darüber hinaus wird eine Begründung der letztlichen Entscheidung für die audiodigitalen Lernstifte gegeben. Daran anschließend wird die Relevanz und der Einbezug des Aspekts der Digitalität sowie der Sprachsensibilität dargestellt. Im weiteren Verlauf des Blogs wird der Stundenverlaufsplan der Doppelstunde abgebildet.  

2. Sachanalyse

In der Doppelstunde erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler den Inhalt der Weihnachtsgeschichte. Nach christlicher Tradition feiern wir an Heiligabend die Geburt Jesu. Das Weihnachtsfest wird aber auch von „nicht christlich geprägten Familien“ (Theuer 2020, S. 1) gefeiert. Die Weihnachtsgeschichte spielt im Religionsunterricht eine zentrale Rolle, denn es kollidieren verschiedene theologische Motive der Erzählungen mit der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern, „zu denen die einzelnen Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichem Maß Zugänge haben“ (ebd.).
Neben dem christlich geprägten Aspekt existiert der familiäre Aspekt von Weihnachten. Immer weniger Familien gehen in die Kirche und bleiben stattdessen in ihrem privaten Raum. Es geht um die Erfahrung von Nächstenliebe, Geborgenheit und Nähe sowie die Zuwendung von Gott und Frieden.  

Der Inhalt der Weihnachtsgeschichte hat in der Fachwissenschaft eine hohe Bedeutung und vertritt mehrere Teilgebiete: Neues Testament, Religionspädagogik und Systematische Theologie. Die Unterrichtseinheit bezieht sich auf die Teilbereiche des Neuen Testaments und der Religionspädagogik. Das Neue Testament beinhaltet die beiden Geburtsgeschichten von Lukas und Matthäus. Das Teilgebiet der Religionspädagogik dient besonders der Lehrkraft, da diese beispielsweise über den Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler informiert sein muss und die verschiedenen Kenntnisse und Lebenswelten berücksichtigen sollte. Fachliche Schwierigkeiten könnten sich bei den verschiedenen Kenntnissen und Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler ergeben, da nicht jedes Kind Weihnachten feiert. Daher ist es möglich, dass nicht jedes Kind bereits Kontakt mit den Geburtsgeschichten hatte. Aufgabe der Lehrkraft ist es für alle Schülerinnen und Schüler eine gleichmäßige Grundlage zum Verständnis der Weihnachtsgeschichte zu schaffen. Die Weihnachtsgeschichte gilt als ein traditioneller Bildungsbaustein und wird auch aufgrund seiner jährlichen Aktualität im Unterricht behandelt (vgl. Böhmann/ Schäfer-Munro 2008, S. 73).

Inhalt der Weihnachtsgeschichte sind die Erzählungen der Geburt Jesu von Lukas und Matthäus, denn nur die Evangelien von Lukas und Matthäus beinhalten die Geburtsgeschichten Jesu (vgl. Conzelmann/ Lindemann 1995, S. 442). Elemente aus beiden Erzählungen werden miteinander kombiniert und zu einer Geschichte oder bspw. einem Krippenspiel vereint. Als Ausgangspunkt der Unterrichtsstunde dient daher die Bibel und die darin enthaltenen Erzählungen aus Lk 2,1-20 und Mt 1,18-25.
Die Kombination der beiden Geburtsgeschichten könnte sich als schwierig herausstellen, da sie trotz ihrer Übereinstimmungen auch einige starke inhaltliche Unterschiede aufweisen (vgl. ebd.). Einzelnen Schülerinnen und Schülern könnten die Unterschiede der Geschichten durch außerschulische Aktivitäten bereits bekannt sein. Da es in der Doppelstunde aber darum geht eine Grundlage für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen, wird die Kombination beider Erzählungen bevorzugt. Außerdem ist diese auch durch das traditionelle Krippenspiel bekannt.

Das Thema Jesu Geburt und das Weihnachtsfest finden sich im Kerncurriculum in mehreren Inhaltsbezogenen Kompetenzen wieder. Dazu gehören „Nach Jesus Christus fragen“, „Nach Glauben und Kirche fragen“ und „Nach Religionen fragen“ (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 2019, S. 20-27). Wir beschäftigen uns mit dem Bereich „Nach Glauben und Kirche fragen“, weil es in unserer Unterrichtseinheit darum geht, warum das Weihnachtsfest gefeiert wird.

Dieser Doppelstunde ist eine Unterrichtsstunde zur Adventszeit vorausgegangen, um die Lernenden damit auf das Weihnachtsfest vorzubereiten.
Nach Beendigung dieser Doppelstunde können sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise mit der Geburt Jesu oder anderen religiösen Festen befassen. 

3. Didaktische Überlegungen

Im Niedersächsischen Kerncurriculum für das Fach Evangelische Religion der Primarstufe steht geschrieben, dass die Schülerinnen und Schüler am Ende von Schuljahrgang 2 dazu fähig sein sollten „ausgewählte christliche Feste [zu beschreiben] und deren Bedeutung [wiederzugeben].“ (Niedersächsisches Kultusministerium 2019, S. 24). Dieser Punkt gehört zu der Kompetenz „Nach Glauben und Kirche fragen“ (ebd.). Thema dieser Unterrichtseinheit soll sein Warum wir Weihnachten feiern. Unterrichtsgegenstand wird die Weihnachtsgeschichte sein, welche sich aus Mt 1,18-25 und Lk 2,1-20 zusammensetzt. Wie aus dem Kerncurriculum hervorgeht ist es Vorgabe in den Lehrplänen das christliche Weihnachtsfest und die dazu gehörende Weihnachtsgeschichte zu thematisieren. Aus anderer Literatur wird deutlich, dass das Weihnachtsfest zu der Lebenswelt einer Vielzahl an Schülerinnen und Schülern gehört.

„Weihnachten feiert man überall und immer in der gleichen Art: Da ist die Familie, der Tannenbaum, die Geschenke, das Festmahl und die Bezugnahme – manchmal stärker und manchmal eher diskret – auf die Geburt von Jesus Christus“ (Baumann 2008, S. 119).

Weihnachten hat besonders zum Ende des Jahres eine Bedeutung für Schülerinnen Schüler. Aus diesem Grund sollte dieses Thema in der Vorweihnachtszeit behandelt werden. Das Weihnachtsfest begleitet Schülerinnen und Schüler meistens von der Geburt an. Es hat demnach gegenwärtig und zukünftig eine Bedeutung für sie. Außerdem könnten sie mit Weihnachten auch vergangene Erinnerungen verbinden. Es ist ein zentraler Aspekt die Schülerinnen und Schüler an diese Tradition und deren Bedeutung zu erinnern, denn die „religiöse Dimension“ (Baumann 2008, S. 141) findet nicht mehr so viel Beachtung wie früher. Deswegen ist es wichtig als Lehrkraft Anknüpfungspunkte zu christlichen Traditionen zu setzen. Da aber andere Traditionen mehr Bedeutung bekommen haben, müssen diese auch behandelt werden. Aus diesem Grund werden die Gedanken der Schülerinnen und Schüler über eine Wortwolke festgehalten.

Die Weihnachtsgeschichte vermittelt den Grund, warum wir Weihnachten feiern: die Geburt Jesu Christi. Um das christliche Fest zu beschreiben und deren Bedeutung wiederzugeben, wird zunächst ein Bezug zu der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler mit folgender Frage hergestellt: „Was ist dein erster Gedanke, wenn du an Weihnachten denkst?“. Die Frage dient zum Einstieg, um das Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken und ihr Vorwissen zu aktivieren. Andererseits bietet es auch die Möglichkeit darauf hinzuweisen, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler Weihnachten feiern und ergibt so für spätere Unterrichtseinheiten einen guten Anknüpfungspunkt für andere Feste. Damit jeder Schüler und jede Schülerin gleichermaßen Zugang zur Weihnachtsgeschichte erhält, wird differenziertes Material zur Verfügung gestellt. Wie bereits in der Sachanalyse erwähnt wurde, werden die beiden Geburtsgeschichten für die Doppelstunde zu einer gesamten Weihnachtsgeschichte kombiniert, um die Zweitklässlerinnen und Zweitklässler mit den Differenzierungen nicht zu überfordern. Die Lehrkraft kann den Lernenden eine Empfehlung der Schwierigkeitsstufe geben, dennoch können sich die Schülerinnen und Schüler selber für eine der drei Schwierigkeitsstufen entscheiden. 

Wie bereits erwähnt gibt es auch Schülerinnen und Schüler, die dieses Fest aufgrund unterschiedlicher religiöser Sozialisation nicht feiern. Aufgabe ist es hierbei auch diesen Schülerinnen und Schülern das christliche Weihnachtsfest und den religiösen Ursprung näherzubringen und andersrum den anderen Schülerinnen und Schülern die Feste zu erklären, die andere Schülerinnen und Schüler möglicherweise feiern, um so auch kulturellen Austausch und Verständnis zu ermöglichen. Im größeren Kontext bietet dieses Thema auch eine Vorbereitung auf das Thema der Geburt Jesu. Im Bereich „Nach Jesus Christus fragen“ (Niedersächsisches Kerncurriculum 2019, S. 20f.) muss genau dieses Thema behandelt werden. Somit bieten die Weihnachtsgeschichte und das Weihnachtsfest eine gute Überleitung zum Thema die Geburt Jesu.

Fächerübergreifend eignet sich das Thema auch im Musik- und Kunstunterricht. Im Musikunterricht können die Lernenden gemeinsam musizieren Weihnachtslieder singen, die sie mit dem Weihnachtsfest und mit Jesus Christus verbinden. Die Weihnachtsgeschichte oder zentrale Aspekte von Weihnachten zu malen und zu basteln, kann einen Platz im Kunstunterricht finden.

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema sollen die Schülerinnen und Schüler folgende Lernziele erreichen: 

Lernziele:

Grobziel: Die Schülerinnen und Schüler erlangen Kenntnisse über die christliche Weihnachtsgeschichte und können dieses bedeutungsvolle christliche Fest beschreiben.

Feinziele: 

  • Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Weihnachtsgeschichte in ihrer christlichen Bedeutung wahr.  
  • Die Schülerinnen und Schüler können die Weihnachtsgeschichte selbstständig rekonstruieren.
  • Die Schülerinnen und Schüler erkennen den Bedeutungsgehalt der Geburt Jesu bezüglich der Weihnachtsgeschichte.

4. Methodische Begründung

4.1 Digitale Doppelstunde

Zunächst wird eine digitale Wortwolke erstellt, um das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zu aktivieren. Das kann beispielsweise über die Internetseite Mentimeter umgesetzt werden. Die Lehrkraft erstellt auf Mentimeter eine Art Präsentation. Dazu erscheint ein Code, welchen alle Schülerinnen und Schüler auf ihrem digitalen Endgerät auf www.menti.com eingeben. Daraufhin können alle Kinder Wörter zu einer bestimmten Frage schreiben und abschicken. Daraus entsteht eine Wortwolke. Auf die Internetseite gelangt man über folgenden Button:

Die Klasse befindet sich für das Erstellen der Wortwolke im Computerraum. Jeder und jede Lernende gibt dazu Begriffe in einen Computer ein, sodass die Wörter nach Häufigkeit und Vorkommen am White Board strukturiert angezeigt werden können. Das White Board ist in dem Kontext als digitales Medium besonders hilfreich, da die gesamte Schülerschaft einen guten Blick auf den Unterrichtsinhalt bekommt. So eignet sich zudem die digitale Wortwolke gut für den Einstieg in eine Thematik, da Begriffe zum Vorwissen im Plenum visualisiert gesammelt und dargestellt werden (vgl. Molnárová 2019, S. 36f.).
In der Doppelstunde fiel die Entscheidung auf die digitale Wortwolke, da die Schülerinnen und Schüler so selbst tätig werden können und motivierter in das Unterrichtsthema einsteigen.
Anschließend wird eine Abbildung der Krippe an dem White Board präsentiert, welches mit Hilfe der bereits gesammelten Begriffe besprochen wird, sodass die Schülerinnen und Schüler im Zuge dessen ins Gespräch kommen. Dafür kann beispielsweise Grafik 1: Die Weihnachtsgeschichte – Geburt Jesu genutzt werden. Hier wird das White Board wieder als digitale Technik wertgeschätzt, da die Aufmerksamkeit der Lernenden visuell auf das Unterrichtsgeschehen gelenkt wird und alle Kinder einen guten Blick auf die Abbildung bekommen. Alternativ könnte auch der OHP – Overheadprojektor genutzt werden.

Danach wird den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe von audiodigitalen Lernstiften ermöglicht, die Geschichte von der Geburt Jesu anhand einer Darstellung unter anderem auch auditiv wahrzunehmen. Dazu wird mit dem Lernstift auf markierte Stellen im Bild getippt (siehe Anhang: Wimmelbild). Mittels des optischen Sensors der audiodigitalen Lernstifte werden dadurch selbstständig erstellte Hörtexte (siehe Anhang: Tonaufnahmen) und Geräusche zu Abbildungen auf Kopfhörern abgespielt und zugänglich gemacht (vgl. Dube 2020, S. 46). Die Geschichte von der Geburt Jesu wird somit anhand des Wimmelbilds Schritt für Schritt entdeckt. Dabei besteht zusätzlich die Möglichkeit einzelne Veranschaulichungen aufzuklappen, um so eine Erläuterung der Begriffe zu erhalten (siehe Anhang: Abbildung mit Textfeldern). Wenn sich ein Kind bspw. fragt warum das Jesuskind Gold geschenkt bekommt, klappt es das Textfeld auf und erhält die Erklärung, dass das Gold Jesus Zukunft als König signalisiert. An dieser Stelle ist ein deutlicher Vorteil der audiodigitalen Lernstifte hervorzuheben: die Schülerinnen und Schüler können selbständig arbeiten. Die Aufnahmecodes und infolgedessen die sprachlichen Strukturen der Weihnachtsgeschichte können von den Lernenden mehrmals abgespielt werden, sodass alle Schülerinnen und Schüler die notwendigen fachspezifischen Strukturen erlernen können. Alle Lernenden arbeiten in ihrer eigenen Geschwindigkeit.
Die audiodigitalen Lernstifte eignen sich für die Einbeziehung der Sprachsensibilität, da die sprachlichen Strukturen der Unterrichtsthematik für jeden Lernenden, wie bereits erwähnt, mehrmals selbstständig auf dem jeweiligen Differenzierungsniveau abgespielt werden können. Abgesehen von dem Aspekt, dass die Lernenden die sprachlichen Strukturen hören, können die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig den Text der Weihnachtsgeschichte visuell verfolgen. Dementsprechend ist ein Zusammenhang vom Hören der sprachlichen Strukturen zu schriftlicher Sprache gegeben. Somit ist deutlich der Gewinn der audiodigitalen Lernstifte zu erkennen: Alle Schülerinnen und Schüler werden auf ihrem individuellen sprachlichen und schriftsprachlichen Niveau gefördert.   

Eine Alternative zur Nutzung der audiodigitalen Lernstifte wäre ein Film über die Weihnachtsgeschichte gewesen. Ein Film bietet ebenfalls die Möglichkeit den Inhalt visuell und auditiv aufzunehmen, allerdings gäbe es hier keine Differenzierungsmöglichkeiten, weshalb wir uns für die Arbeit mit den Lernstiften entschieden haben.

Um das Erlernte der Weihnachtsgeschichte zu festigen, ordnet jeder und jede Lernende Sätze der Geschichte zu den korrekten Bildern zu. Dazu werden dreifach differenzierte Arbeitsblätter genutzt (siehe Anhang: Arbeitsblätter). 

Nachfolgend werden methodische Hilfestellungen zur Differenzierung aufgezeigt. Die Audiodigitalen Lernstifte ermöglichen einen differenzierten Einsatz der Unterrichtsinhalte. Die Weihnachtsgeschichte ist in der Doppelstunde dreifach differenziert, sodass die Lernenden auf ihrem individuellen Sprachniveau gefördert werden. Die Lehrkraft kann als Hilfestellung eine Empfehlung des Leistungsniveaus bieten, indem die Lehrkraft eine Abbildung mit den Empfehlungen der Leistungsniveaus darstellt. Allerdings können die Lernenden in der Doppelstunde selbst frei entscheiden, welches Leistungsniveau sie wählen. Die Empfehlung der Lehrkraft stellt lediglich eine Orientierung dar. 

Da die audiodigitalen Lernstifte als Medium den Schwerpunkt der Doppelstunde bilden, wird hierzu eine detaillierte und begründete Erläuterung der Medienwahl gegeben. Die audiodigitalen Lernstifte bieten den Schülerinnen und Schülern eine Form des selbstständigen Arbeitens, welches mit einer gesteigerten Motivation einhergeht (vgl. Rechlitz u.a. 2016, S. 30). Selbst bei Unklarheiten können diese mit Hilfe der zusätzlichen Erläuterungen gelöst werden. Zudem bietet das Arbeiten mit dem Medium mehrere Zugänge zum Unterrichtsinhalt. Die Geschichte Jesu kann zusätzlich zu dem Text nicht nur gelesen, sondern auch mehrmals gehört werden. Dies ermöglicht einen sprachsensiblen Zugang. Des Weiteren fördert die Einbeziehung der audiodigitalen Lernstifte die Medienkompetenz der Lernenden. Darüber hinaus ermöglichen die audiodigitalen Lernstifte eine Verknüpfung zwischen dem Gelesenen und dem Gehörten. So werden unter anderem auch anspruchsvollere Begriffe deutlicher wahrgenommen, welches zur Wortschatzerweiterung führt (vgl. ebd., S. 31). 

4.2 Analoge Alternativen

In dem Fall, in dem eine Schuleinrichtung über keine digitalen Ressourcen verfügt, können auf die im Folgenden beschriebenen analogen Medien zurückgegriffen werden.

Um das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zu aktivieren, könnte die Lehrkraft eine Wortwolke an der Tafel erstellen. Dabei könnten die Kinder mitschreiben, damit ihre Gedanken nachhaltig festgehalten werden. Um die gesammelten Begriffe zu besprechen, könnte die Lehrkraft das Bild an der Tafel zeigen, statt es es mit dem White Board darzustellen. Allerdings könnten die Schülerinnen und Schüler aufgrund der Größe eines ausgedruckten Bildes nicht alle einen guten Blick auf das Bild haben und Einzelheiten so nicht gut erkennen. Dafür würde sich die Methode des Kinositzes eignen. “Die Schülerinnen und Schüler sitzen in mehreren Reihen im Halbkreis vor der Tafel, sodass alle einen guten Blick auf diese haben. So können alle fokussiert nach vorne schauen” (Methodenkartei der Uni Oldenburg, https://www.methodenkartei.uni-oldenburg.de/uni_methode/kinositz/). Außerdem bietet diese Methode auch die Differenzierungsmöglichkeit die Schülerinnen und Schüler, die bspw. schlechter sehen können, nach vorne zu setzen (vgl. ebd.).

Eine Alternative, um die Geschichte von der Geburt Jesu zu entdecken, wäre eine Lesespur ohne jegliche Technik. Mit einer Lesespur kann das genaue Lesen ausgebildet werden. Die Schülerinnen und Schüler bekommen nummerierte Textabschnitte. Diese Nummern finden sich auch auf dem Wimmelbild wieder. Begonnen wird bei Nummer 1. Genaues Lesen führt die Kinder zu der nächsten Nummer. Sollten die Schülerinnen und Schüler nicht genau lesen, könnten sie in eine Sackgasse geraten und müssen zu der vorherigen Nummer zurückkehren, um zu der richtigen Nummer zu gelangen. Den Kindern wird die Weihnachtsgeschichte in dreifach differenzierter Ausführung angeboten. Dabei sollten sich die Texte in der Länge, Wortwahl und Schriftgröße unterscheiden, wie es auch bei den Sprachaufnahmen zum audiodigitalen Lernstift der Fall ist. Schwierige Begriffe sollten farblich markiert und auf der Rückseite der Textabschnitte erläutert werden (vgl. Breuer 2018, https://materialwiese.de/2018/03/aufbau-einer-lesespurstunde.html).

Um das Erlernte zu festigen wäre eine weitere Möglichkeit, Bilder aus der Weihnachtsgeschichte an der Tafel zu den korrekten Sätzen zuzuordnen. Jedoch müsste dies im Plenum stattfinden, da die Doppelstunde keine Zeit bietet, dass jeder und jede Lernende die Bilder vorne an der Tafel richtig zuordnet. Mit der Bearbeitung der Arbeitsblätter kann jeder Schüler und jede Schülerin das Gelernte selbst überprüfen, indem die Bilder zu den korrekten Sätzen mit Hilfe der Lösungsblätter selbst korrigiert werden können.

5. Stundenverlaufsplanung

>Digitaler Stundenverlaufsplan

Didaktische Phase/ ZeitInhaltMethode- und SozialformMedien/ Materialien
Einstieg – Ca. 5 MinutenL. begrüßt die SuS. L. nennt das Stundenziel. Plenumsgespräch 
Hinführung – Ca. 20 MinutenDie SuS aktivieren ihr Vorwissen zur Thematik, in dem sie eine digitale Wortwolke mit Hilfe von Computern erstellen. Die gesammelten Begriffe werden unter Einbezug einer Abbildung im Plenum besprochen. Die L. erläutert den SuS den Arbeitsauftrag. PlenumsgesprächComputer, White Board, Abbildung
Erarbeitung – Ca. 20-30 MinutenDie SuS befassen sich mit der differenzierten Weihnachtsgeschichte mit Hilfe eines audiodigitalen Lernstiftes. EinzelarbeitWimmelbild „Jesu Geburt“, audiodigitaler Lernstift, Kopfhörer
Erarbeitung – Ca. 25 MinutenDie SuS ordnen Sätze der Weihnachtsgeschichte den korrekten Bildern zu. Anschließend kontrollieren die SuS selbstständig ihre Ergebnisse mit Kontrollblättern.EinzelarbeitArbeitsblatt, Schere, Kleber, Kontrollblatt
Reflexion – Ca. 10 MinutenDie SuS vergleichen ihre Ergebnisse in Partnerarbeit, indem sie diese vorlesen. PartnerarbeitArbeitsblatt

>Analoger Stundenverlaufsplan

Didaktische Phase/ ZeitInhaltMethode- und SozialformMedien/ Materialien
Einstieg – Ca. 5 MinutenL. begrüßt die SuS. L. nennt das Stundenziel. Plenumsgespräch 
Hinführung – Ca. 20 MinutenDie SuS aktivieren ihr Vorwissen zur Thematik, indem sie zusammen mit der L. ein Tafelbild erstellen. Die gesammelten Begriffe werden unter Einbezug einer Abbildung im Plenum besprochen. Die L. erläutert den SuS den Arbeitsauftrag. PlenumsgesprächTafel, Abbildung
Erarbeitung – Ca. 20-30 MinutenDie SuS befassen sich mit der differenzierten Weihnachtsgeschichte innerhalb einer analogen Lesespur. EinzelarbeitWimmelbild „Jesu Geburt“
Erarbeitung – Ca. 25 MinutenDie SuS ordnen Sätze der Weihnachtsgeschichte den korrekten Bildern zu. Anschließend kontrollieren die SuS selbstständig ihre Ergebnisse mit Kontrollblättern.EinzelarbeitArbeitsblatt, Schere, Kleber, Kontrollblatt
Reflexion – Ca. 10 MinutenDie SuS vergleichen ihre Ergebnisse in Partnerarbeit, indem sie diese vorlesen. PartnerarbeitArbeitsblatt

6. Literaturverzeichnis

  • Deutsche Bibelgesellschaft (2017): Die Bibel. Nach Martin Luthers Übersetzung. Revidierte Fassung. Stuttgart.
  • Baumann, Maurice / Hauri, Roland (Hrsg.) (2008): Weihnachten: Familienritual zwischen Tradition und Kreativität. Stuttgart: W. Kohlhammer.
  • Böhmann, Marc / Schäfer-Munro, Regine (2008): Kursbuch Schulpraktikum. Unterrichtspraxis und didaktisches Grundwissen. 2. Auflage. Weinheim / Basel: Beltz.
  • Breuer, Kerstin (2018): Aufbau einer Lesespurstunde. https://materialwiese.de/2018/03/aufbau-einer-lesespurstunde.html (Zugriff: 02.02.2021).
  • Carl von Ossietzky Universität (Hrsg.): Kinositz. In: Methodenkartei der Uni Oldenburg. Unterrichtsmethoden für den Alltag. https://www.methodenkartei.uni-oldenburg.de/uni_methode/kinositz/ (Zugriff: 02.02.2021).
  • Conzelmann, Hans / Lindemann, Andreas (1995): Arbeitsbuch zum Neuen Testament. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Tübingen: J.C.B. Mohr.
  • Dube, Juliane (2020): Digitales mehrsprachiges Lernen bei neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler der Grundschule: Ergebnisse des dritten Design-Zyklus zum Einsatz audio-digitaler Stifte in mehrsprachigen Rezeptionsprozessen. In: Medien Pädagogik. Zeitschrift für Theorie Und Praxis Der Medienbildung. Jg. o.A. H. o.A. S. 44-67.
  • Hartmann, Simon/ Purz, Dirk (2018): Unterrichten in der digitalen Welt. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Hugger, Kai-Uwe/ Markus, Walber (2010): Digitale Lernwelten: Annäherungen aus der Gegenwart, in: Hugger, Kai-Uwe/ Markus, Walber (Hrsg.): Digitale Lernwelten. Konzepte, Beispiele und Perspektiven. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 9-18.
  • Molnárová, Eva (2019): Neue Medien – Segen oder Fluch der heutigen Lehrenden und Lernenden? In: Slowakische Zeitschrift für Germanistik. Jg. 11. H. 1. S. 35-44.
  • Niedersächsisches Kultusministerium (Hrsg.): Kerncurriculum für die Grundschule. Evangelische Religion: Hannover 2019 https://cuvo.nibis.de/cuvo.php?p=download&upload=252 (Zugriff: 18.01.2021).
  • Rechlitz, Marcel/ Lampert, Claudia/ Maaß, Sabrina/ Stomberg, Kira (2016): Digitale Audiostifte in der Familie. Eine explorative Studie. Hamburg: Hans-Bredow-Institut.
  • Theuer, Gabriele (2020): Geburtsgeschichten Jesu / Weihnachten, bibeldidaktisch. In: WiRiLex. http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/200771/ (Zugriff: 03.01.2021).
  • Wedding, Stephan (2020): Das didaktische Prinzip der Digitalität. Ein allgemeindidaktischer Beitrag zum bildenden Unterricht mit und zu digitalen Medien. Weinheim: Beltz Juventa.

7. Bildverzeichnis

Grafik 1: Die Weihnachtsgeschichte – Geburt Jesu:

https://pixabay.com/de/illustrations/weihnachten-weihnachtskrippe-krippe-1875877/

Wimmelbild vor der Bearbeitung:

Mit freundlicher Genehmigung von Birgit Bauer. Verfügbar unter: https://www.birgit-bauer.de.

8. Anhang

Wimmelbild

Illustratorin: Birgit Bauer, https://www.birgit-bauer.de

1. Abbildung mit Aufnahmecodes
Die Aufnahmecodes sind nummeriert, sodass die Schülerinnen und Schüler die Geschichte von der Geburt Jesu in der richtigen Reihenfolge durchgehen.

Illustratorin: Birgit Bauer, https://www.birgit-bauer.de; bearbeitet von Sophia Lopes und Melanie Rack

2. Abbildung mit Aufnahmecodes und Textfeldern
Die Lernenden können die Textfelder aufklappen, um so Informationen zu bestimmten Begriffen zu erhalten.

Illustratorin: Birgit Bauer, https://www.birgit-bauer.de; bearbeitet von Sophia Lopes und Melanie Rack

Tonaufnahmen zum Wimmelbild (Lizenz: CC0)

Stufe 1 – Die Weihnachtsgeschichte
Stufe 2 – Die Weihnachtsgeschichte
Stufe 3 – Die Weihnachtsgeschichte

Arbeitsblätter (erstellt von Melanie Rack und Sophia Lopes)

Das zu bearbeitende Arbeitsblatt lässt sich in drei Schwierigkeitsstufen teilen.
Stufe 1:

AB – 1a

AB-1b
AB-Lösung-1

Stufe 2:

AB-2a

AB-2b

AB-Lösung-2

Stufe 3:

AB-3a

AB-3b

AB-Lösung-3

Dateien (Lizenz: CC BY SA):

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