Bei meinem zweiten Motiv habe ich mich für ein Motiv des Bereiches Stillleben entschieden. Als ersten Schritt ging es darum ein Motiv in unterschiedlichen Ausschnitten und Perspektiven zu fotografieren und sich anschließend für eine Fotografie zu entscheiden.
Ich habe mich bei meinen drei Perspektiven für das linke Bild entschieden.

Hier hat mich der Bildaufbau und die Komposition am meisten angesprochen. Denn die Vase mit den Blumen ist leicht dezentralisiert im Bild dargestellt. Diese Dezentralisierung wird durch die zwei gestaffelten Aprikosen ausgeglichen. Des Weiteren zeigen die Zweige der Blumen in verschiedene Richtungen, wodurch das Bild zum oberen Bildrand ausgefüllt wird. Durch die Staffelung der Aprikosen und zwischen den einzelnen Blumen wird zudem eine zusätzliche Räumlichkeit im Bild geschaffen. Zudem finde ich, dass durch die leichte Aufsicht der Betrachter*innen und durch das gerade liegende Bild eine ruhigere Bildatmosphäre geschaffen wird. Dies stellt einen guten Ausgleich zu dem dynamisch und voll wirkenden Blumenstrauß dar.
Als nächstes habe ich mehrere Farbskizzen zu der linken Vorlage entwickelt. Hierbei geht es vor allem darum, sich von der Gegenstandsfarbe zu lösen und eine eigene Farbigkeit zu entwickeln. Insgesamt soll eine neue Farbatmosphäre in den Skizzen geschaffen werden. Da ich mir persönlich in der farblichen Umsetzung des Endergebnisses recht unsicher war, hat es mir geholfen mehr als drei Farbskizzen zu entwicklen. Durch die mehreren Skizzen konnte ich unterschiedliche Ideen visualisieren und unterschiedliche Farbkombinationen und deren Wirkung ausprobieren. Folglich werde ich die Technik des Zeichnens von Farbskizzen bei zukünftigen Projekten zunehmend mehr verwenden. Die Visualisierung von Farben untereinander und im Zusammenhang mit den Gegenständen haben mir sehr geholfen.

Bei meinem Endergebnis habe ich mich bei dem Tisch und der Wand an der blauen und Hellbeigen Kombination aus der mittleren Farbskizze in der unteren Reihe orientiert. Jedoch sind die Farben der Blumen und der Aprikose näher am Original gehalten.
Durch die Kombination aus warmen und kalten Farben treten die Objekte mit kühlere Farbigkeit in den Hintergrund, während die Objekte mit den warmen Farben optisch nach vorne rücken.
Auch bei diesem Werk habe ich versucht, den Arbeitsauftrag, möglichst viele Farbaufträge mit einzubeziehen, umzusetzen. Ich habe bspw. deckende und präzise Farbaufträge an mehreren Stellen z. B. bei den Blumen und den Aprikosen im Bild angewandt.


Spontane Farbaufträge habe ich bei der Maserung des Tisches und lasierende Farbaufträge habe ich bei den Aprikosen, den Schatten und der Vase angewandt.

Der Malprozess:



Beim Malen des Werkes habe ich zuerst einen gelben, lasierenden Hintergrund gemalt. Auf diesem Hintergrund habe ich die Konturen der Objekte eingezeichnet. Beim Malen dieses Bildes bin ich nicht chronologisch nach den Objekten vorgegangen, sondern ich habe immer mal wieder die Aprikosen, die Vase, die Blumen, den Hintergrund oder den Tisch verbessert. Ganz zum Schluss habe ich den Hintergrund um den Blumenstrauß herum gemalt.
Das Malen des Blumenstraußes fiel mir leichter, nachdem ich die gemalten Konturen mit einer Farbe ausgemalt habe. Dadurch konnte ich mir die Größe, die Lage und die Anordnung der Blumen untereinander besser vorstellen.
Fazit:
Insgesamt bin ich mit der Umsetzung meines Werkes zufrieden. Gerade die Aprikosen und die Blumen sind mir meiner Meinung nach gut gelungen. Durch die Mischung aus lasierenden, präzisen und deckenden Farbaufträgen wirken die Blumen und die Aprikosen plastisch. Zudem fiel mir das Malen der Blumen im Malprozess des Werkes schwer. Besonders die Anordnung, die Größe der einzelnen Blumen und die verschiedenen einzelnen Farbtöne einer Blume stellten für mich eine Herausforderung dar. Dadurch musste ich viele verschiedene Farben und Techniken ausprobieren, bis ich zufrieden war. Umso stolzer bin ich auf das Endergebnis.
Da ich den Hintergrund erst in einer anderen Farbe gemalt habe, musste ich nachträglich um die fertigen Blumen herum malen. Dadurch fiel es mir schwerer, den Hell-Dunkel-Verlauf des Hintergrundes darzustellen. Zudem ist ein klarer Rand um die Blumen zu erkennen, den ich leider nicht mehr wegbekommen habe, da ich genau den entsprechenden Farbton nicht nochmal angemischt bekommen habe. Außerdem ist die Farbe zu wenig mit Wasser verdünnt gewesen, wodurch die lasierende Wirkung des Hintergrunds verloren gegangen ist. Folglich hätte ich im Nachhinein den Hintergrund erst in der entsprechenden Farbe komplett malen müssen, bevor ich die Blumen gemalt hätte.