Datensammlung

Quantified Self beruht darauf, dass Menschen Daten von sich selbst erheben bzw. erheben lassen. Dass auch viele Internetkonzerne Daten sammeln, um diese zu analysieren und ein Nutzerprofil zu erstellen dürfte den meisten Nutzern durchaus bekannt sein. Zwar akzeptiert ein jeder Nutzer bei der Registration bei einem Dienst üblicherweise dessen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung, ob diese jedoch auch stets tatsächlich gelesen wurden kann wohl bezweifelt werden. Für die Betreiber der Dienste sind diese Daten jedoch wirtschaftlich enorm wertvoll, zumal sich aus vielen Daten anhand logischer Algorithmen auch weitere Information kombinieren lassen.

Primäre Daten

Als Primäre Daten werden alle Daten bezeichnet, die der Nutzer bewusst und freiwillig abgibt.Dies können beispielsweise der eigene Name, das Geburtsdatum oder die Adresse sein, wenn diese in ein Onlineformular eingetragen werden. Es z ̈ahlen aber auch beispielsweise Metadatenbeispielsweise einer hochgeladenen Datei wie eines Bildes zu den primären Daten

Sekundäre Daten

Als Sekundäre Daten bezeichnet man alle Daten, die nicht persönlich in ein Informationssystem gefügt werden sondern beispielsweise automatisiert erhoben werden. Dies kann beispielsweise die IP Adresse oder der ISP sein, über die ein Portal aufgerufen wird. Ebenfalls dazu zählen logische Verknüpfungen sowohl Sekundärer als auch Primärer Daten. Dazu kann beispielsweise eine Ver-kn ̈upfung eines sozialen Netzes zählen, die feststellt, dass Personen, die regelmäßig gemeinsameinen Internetanschluss nutzen sich mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit kennen.

Geräte zur Erhebung

Geräte, die zur Erhebung personenbezogener Daten geeignet sind, haben längst in viele Haushalte Einzug gehalten. So haben in Deutschland bereits jetzt über 80% aller Menschen ein Smartphone. Immerhin 26% aller Deutschen besitzen ein Wearable wie z.B. eine Apple Watch (etwa 40% der Wearables) oder andere Fitnesstracker. Ganze 46% der Deutschen haben Interesse an Smartwatches.

Jedoch sind auch andere am Körper getragene digitale Aufzeichnungsgeräte, wie beispielsweise die GoPro Actioncams, populäre Ausstattungen unter sportaffinen Menschen. Auch nicht zu verachten sind selbsterfasste Daten, die im Anschluss lediglich in eine App, wie beispielsweise “Apple Health” eingetragen werden

Konkrete Daten

Datenerhebung am Beispiel Facebook

Facebook ist bis heute das mit Abstand größte Soziale Netzwerk der Welt. Zu Facebook gehören auch diverse andere Dienste, darunter WhatsApp und Instagram. Allein die Hauptplatform Facebook hat täglich mehr als 1,6 Mrd. aktive Nutzer, Davon über 288 Millionen in Europa. Grundsätzlich sind Daten, die man einem der Dienste des Konzerns überlässt zwar stets unabhängig voneinander gespeichert, Facebook räumt sich jedoch in seiner Datenschutzerklärung die Rechte dazu ein, die Daten im Bedarfsfall zu verknüpfen. Konkret nennt Facebook in seiner Datenschutzerklärung “die Inhalte, Kommunikationen und sonstigen Informationen, die du bereitstellst, wenn du unsere Produkte nutzt“[. . . ] “Informationen über Personen, Seiten, Konten, Hashtags und Gruppen“[. . . ]”Arten von Inhalten, die du dir ansiehst“ [. . . ] ”über die von dir genutzten Funktionen, über die von dir durchgeführten Handlungen, über die Personen oder Konten, mit denen du interagierst, und über die Zeit, Häufigkeit und Dauer deiner Aktivitäten.“Dies sind jedoch ausschließlich Daten, die ̈uber die Facebook-Plattform selbst erhoben werden. Wie viele Daten Facebook hingegen durch logische Verknüpfungen selbst errechnen kann ist nicht bekannt.

Der Konzern Facebook bietet eine Funktion zur Aufrufanalyse für Betreiber von Webseiten an. Diese können das sogenannte Facebook Pixel dann relativ leicht in ihrer Webseite einbinden, Facebook generiert daraus dann einen detaillierten Bericht über das Verhalten der Nutzer. Dabei kann der Betreiber der Webseite genaue Ziele seiner Seite formulieren, die dann vom Facebook-Pixel als Erfolg aufgezeichnet werden. So kann beispielsweise ein Kauf oder aberauch das herunterladen einer PDF Datei, zum Beispiel eines Anmeldeformulars, definiertes Ziel sein.

Datenerhebung am Beispiel Runtastic

Runtastic (mittlerweile umbenannt in Adidas Running) ist eine Anwendung, die von der österreichischen Runtastic GmbH entwickelt wird uns sich primär mit der Erhebung von Daten mit Bezug auf den Laufsport, mitlerweile aber auch diverser anderer Sportarten befasst. Die Runtastic GmbH ist im Eigentum des ebenfalls in Östereich ansässigen Sportartikelherstellers Adidas.


Gemäß seiner eigenen Datenschutzerklärung erhebt Runtastic jedoch große Mengen an personenbezogenen Daten, die nicht zwangsläufig etwas mit den sportlichen Leistungen, derer Aufzeichnung wegen der Nutzer die App installiert hat, zusammenhängen. So speichert Runtastic beispielsweise Daten über Einkäufe bei Adidas inklusiv zubehöriger Konfektionsgrößeninformationen, den Bestellwert sowie Zahlungsmethoden in einer Weise, die eine Verknüpfung mit Fitnessdaten möglich macht. Zudem bietet Runtastic durch eine umfangreiche Integration von Facebook-Funktionen auch die Möglichkeit, Inhalte von Runtastic mit Facebookfreunden zu teilen. Bei aktivieren dieser Funktionalitäten erbittet sich Runtastic dann wiederum Zugriff auf die vollständige Facebook Freundesliste des Nutzers, um dieser auswerten und beispielsweise andere Runtastic-Nutzer im Freundes- und Bekanntenkreis des Nutzer ausfindig zu machen. Auch räumt sich Runtastic wie auch viele andere Anbieter von Quantified Self Lösungen das Recht dazu ein, Daten auch für Werbezwecke nutzen zu können.

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