Der zweisemestrige Projektkurs „Ein eigenständiges künstlerisches Projekt entwickeln“ fand im WS 25/26 und So Se 26 am Institut für Kunst und visuelle Kultur statt.
Im Rahmen des Kurses hatten die Studierenden die Möglichkeit, selbst ein Thema für künstlerisches Arbeiten zu entwickeln. Die Auswahl der Medien war freigestellt. Lediglich rein fotografische oder zeitbasierte Medien waren ausgeschlossen.
Zu Beginn jeder Lehrveranstaltung wurden von den Studierenden jeweils künstlerische Positionen zu verschiedenen Themen (z. B. Liebe, Essen, Krieg, Selbstportrait, Landschaft, Armut, Pflanzen etc.) und verschiedenen Zeiträumen (Bis 1500, bis 1800, bis 2000, ab 2000) vorgestellt. Hierzu wurden schnelle Skizzen angefertigt, die in den Blogs der Studierenden unter „Archiv“ zu sehen sind.
Zusätzlich gehörte zur Prüfungsleistung die Zusammenstelleung eines Archivs, das auf die eigene Thematik ausgerichtet war.
Die Studierenden haben in ihren Blogs regelmäßig ihr Werktagebuch geführt, sowie die Gestaltung eines Blogs zur Prüfungsleistung gehörte.
Im Folgenden finden sich kurze Beschreibungen der Werke sowie Links zu den Blogs der Studierenden.
Arwen Jolie Schwarzer
Die Graphic Novel „Legacy of the Tempest“ erzählt die Hintergrundgeschichte einer ihrer eigenen Dungeons and Dragons (DnD) Charaktere.

Kira Wehrhahn
Die Installation trägt den Titel: Wer ich war – Ein persönliches Archiv. Ausgangspunkt sind Familienfotografien aus ihrer Kindheit. Dabei interessierte sie die Frage, wie Erinnerungen im Laufe der Zeit verändert, ergänzt und neu wahrgenommen werden.

Lara Thomes

Die Graphic Novel Cursebound erzählt die Geschichte eines Charakters aus der D&D-Gruppe ihrer Freunde. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vor allem Themen wie Trauma, Schuld, Identitätsverlust und die Frage, wie weit ein „Mensch“ gehen kann, bevor er sich selbst verliert. Die Geschichte verbindet Elemente klassischer Fantasy mit psychologischen Motiven und orientiert sich an der Ästhetik von Pen-&-Paper-Rollenspielen wie Dungeons & Dragons.
Jule Lampe

Die Arbeit „Momente der Spannung“ besteht aus zwei eigenständigen Werkteilen: einer fünfseitigen Graphic Novel in Tusche sowie einem großformatigen Gemälde auf Leinwand. Beide Werke entstanden im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Thema Boxen, verfolgen jedoch unterschiedliche künstlerische Fragestellungen.
Emma Behrens

Die vorliegende Arbeit setzt sich künstlerisch mit der Geschichte des Propheten Yunus auseinander, die sowohl im Koran als auch in der Bibel überliefert wird. Ausgangspunkt des Projekts war die Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten der abrahamitischen Religionen. Obwohl Judentum, Christentum und Islam heute häufig als voneinander getrennte Religionen wahrgenommen werden, teilen sie zahlreiche Propheten, Erzählungen und historische Wurzeln. Die Geschichte von Yunus stellt eines dieser verbindenden Elemente dar.
Laura Sophie Jahnke

„The Blessed One“ ist ein von mir frei erfundener Fantasy-Romance Roman. Die Geschichte hinter diesem Bild ist eine Reise, aus dem frühen Mittelalter Schottlands, in einer der Protagonistin unbekannten Welt, in der sie von Abenteuer zu Abenteuer springt. Auf ihrer Reise in das nächste Königreich lernt sie neue Gefährten kennen, die sie auf ihrem Weg begleiten. Am Ende ihrer Reise steht die Protagonistin auf der Terrasse eines Schlosses und sieht die Stadt unter ihr brennen.
Alina Madleen Langer

Exzellent? (mixed-media-collage) Die vier Diagramme untersuchen die Frage, wer Zugang zu akademischer Bildung erhält und unter welchen Bedingungen dieser Weg beschritten werden kann. Sie machen sichtbar, dass Hochschulen trotz ihres Anspruchs auf Offenheit und Chancengleichheit weiterhin von sozialen Ungleichheiten geprägt sind.
Marie Luise Freude

„Aurelia“. 100cm x 53cm. Aquarell und Folie auf Papier
Das Gemälde ist inspiriert von den Vorreitern des Jugendstils; Alfons Mucha, Arnold Lyongrün sowie Louis Comfort Tiffany. Es greift Elemente der Ornamentik, Floristik und fließenden, organischen Formen, die für die Periode typisch sind, auf. Im Zentrum des Gemäldes steht eine weibliche Figur, eingebettet vor einem nahezu sakralen Buntglasfenster und mit Blumen gerahmt. Ihre fließende Bewegung, mit einem ruhig, demütigen Gesichtsausdruck vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit.
Paula Jaz Schelling

Hoffnungslichter – 12 Kunstwerke für einen Kalender.
Das Thema meiner künstlerischen Arbeit ist Hoffnung. Als ich die Themenwahl im Kurs besprach, wurde mir die Vermutung entgegengebracht: „Ah, dein Thema geht also in Richtung Eskapismus und heile Welt.“ Eskapismus meint die gedankliche Flucht aus der schwierigen Realität hinein in eine Scheinwelt. Aber das ist nicht, was ich meine. Muss man denn wirklich die Realität verdrängen, um Hoffnung haben zu können? Ich bin überzeugt, dass das nicht der Fall ist.
Leah Tamina Kaiser

The Dog and the Dragon, Filzstift auf Papier & Papiercollagen, ca. 21 x 28 cm
Die Graphic Novel adaptiert Brandon Sandersons Erzählung „The Dog and the Dragon“. Eine Geschichte über Scheitern, Akzeptanz und Erfolg. Sie erzählt von einem kleinen Hund, der den mutigen Entschluss fasst, ein Drache zu werden. Mit großem Ehrgeiz versucht er zu fliegen, majestätisch auszusehen und wie ein Drache zu sprechen. Und obwohl ihn die anderen Hunde für verrückt halten, macht er sich daran, seinen Traum zu erfüllen. Schnell muss er feststellen, dass sein Ziel schwieriger zu erreichen ist als gedacht. Im Mittelpunkt steht der unermüdliche Versuch des Hundes, über sich hinauszuwachsen. Der kleine Hund wird nicht zum Drachen und trotzdem verändert sich der Blick auf das, was Erfolg bedeuten kann.
Lisa Graber

To Capture Chickens hinterfragt die Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft und ob „das schöne Leben“ einfangbar ist. Ausgehend von der subjektiven Frage, welche Rolle Kunst im Leben der Künstlerin einnimmt, entstand dieses Projekt. Als Reaktion auf eine sich ständig verändernde, zunehmend digitalisierte und anonymere Welt versucht das Werk einen Gegenentwurf zum intellektualisierten und pessimistischen Diskurs um Zukunft und zur Anonymität des Erwachsenseins, zum gefühlten „Jeder-für-sich“ Verständnis, zum „Nur-vor-Bildschirmen-sitzen-und-die-Sonne-nicht-mehr-sehen“. Entstanden ist eine Überlegung zu „Feelgood Art“, die auf verspielte Weise versucht, Freude, Optimismus und Nostalgie zu vereinen.
Belana Welke

In Wo ist Bob? habe ich versucht, Erinnerungen an meine Oma zu vereinen. Dabei habe ich mich an einem eher surrealistischen Motiv mit Acrylfarbe probiert, das durch leuchtende Farben eine kindliche Verspieltheit und ein lustiges Gefühl beim Betrachten erwecken soll. Gleichzeitig soll die Symmetrie in dem geladenen Motiv eine gewisse Harmonie bewirken. Thematisch habe ich die Arbeit in drei Räume ihres Hauses aufgeteilt – Küche, Wohnzimmer und Garten -, in denen wir die meiste Zeit gemeinsam verbracht haben.
Anna Liebenow

Die Werkgruppe Unser täglich Brot – Fragmente der Mutterschaft untersucht Mutterschaft und Care-Arbeit als körperliche, emotionale und alltägliche Praxis, die stark von Wiederholung, Unsichtbarkeit und Ambivalenz geprägt ist. In drei zusammenhängenden Installationen – Nachtschicht, Unser täglich Brot und Übersehen – werden diese Themen in Form von Miniaturen und räumlichen Setzungen untersucht. Die Arbeiten bestehen aus alltäglichen Materialien wie Karton, Schaumstoff, Modelliermasse, Perlen und gefundenen Objekten. Dadurch entsteht eine bewusst künstliche, handgemachte Ästhetik, die zwischen Realität und Inszenierung schwankt. Im Zentrum steht die Frage, wie sich unsichtbare Formen von Arbeit und Fürsorge sichtbar mache lassen. Dabei wird Care-Arbeit nicht als einzelne Handlung verstanden, sondern als wiederkehrender, oft endloser Prozess. Die Arbeiten zeigen diese Prozesse als geschlossene Szene, als Kreislauf oder als Zustand des Verfalls. So entsteht ein Blick auf Mutterschaft, der nicht idealisiert, sondern ihre Gleichzeitigkeit von Zuwendung und Belastung, Präsenz und Unsichtbarkeit betont.
Fatemeh Sarvarzada

Die Bildreihe „Sari Gelin“ basiert auf einem gleichnamigen Volkslied, das in verschiedenen Regionen und Kulturräumen verbreitet ist, unter anderem im aserbaidschanischen, iranischen, armenischen und türkischen Raum. Ich kenne dieses Lied seit meiner Kindheit aus dem persischsprachigen Kulturraum, in dem es in unterschiedlichen Versionen und Interpretationen präsent ist. Trotz sprachlicher und kultureller Unterschiede bleibt der emotionale Kern des Liedes überregional erhalten. Der genaue Ursprung des Liedes ist historisch nicht eindeutig zu bestimmen, da es in mehreren Regionen und Kulturen bewahrt und unterschiedlich ausgeprägt wurde.
Leonie Freese

Meine Arbeit ist ein handgebundenes Buch mit dem Titel „Horst Vogelsang“, eine Art künstlerisch aufgearbeitete Biografie, welche sich mit dem Leben meines Urgroßvaters Horst Vogelsang auseinandersetzt. Ausgelöst durch seinen plötzlichen Tod wollte ich seine 90 Lebensjahre nicht nur dokumentieren, sondern in einer Form erfahrbar machen, die ihm als Hobby-Bildhauer mit seiner großen Faszination für das Gestalten sehr am Herzen lag. Das Buch umfasst 75 Seiten und verbindet persönliche Geschichten mit verschiedenen künstlerischen Techniken.
Melanie Lehmann

Emil und der Mutstein. Ausgangspunkt für dieses Buch war der Wunsch, eine Geschichte zu gestalten, die ich später an jüngere Kinder in meiner Familie verschenken kann. Dabei sollte ein Buch entstehen, das nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch eine positive Botschaft vermittelt.
Viviana Ulloa de la Torre

Hintergrund dieser Arbeit war meine Faszination für Reisen und die Wege, welche meine Eltern nach Deutschland führten. Wie wahrscheinlich ist es schließlich, dass ein Mann aus Chile eine Frau aus Botswana ausgerechnet in Deutschland trifft? Zwei Reisen, ein Ziel. Dies stellen meine zwei Bilderreihen, in natürlich stark verkürzter Form, dar. Die Motive wählte ich aus den prägendsten Erinnerungen und Geschichten meiner Eltern. Meist basierend auf einer Mischung aus Vorlagen und Vorstellungen sind einige als ganze Szene dargestellt, einzelne nur als „Erinnerungsbruchstücke“. Konsistent für die jeweilige Reise sollten Farbtöne sein, für Mama eher warme gelbe und rote (mit einer Ausnahme), für Papa braune, blaue und grüne.
Fina Brammer

Im Laufe meines ästhetischen Projekts habe ich mich vor allem mit dem Ausdruck von Emotionen in Porträts beschäftigt. Dafür habe ich Selbstporträts gezeichnet, verschiedene Techniken ausprobiert und Menschen nach fotografischen Vorlagen skizziert. In diesem Zuge sind die sechs vorliegenden Tuschezeichnungen nach Arbeiten von Whitney Bradshaw entstanden. In ihrer fotografischen Serie „OUTCRY“ stellt sie Frauen dar, die durch lautes Schreien ihren unterdrückten Emotionen Raum geben. Das Projekt thematisiert weibliche Selbstbestimmung, gesellschaftliche Ungleichheit und den Kampf darum, gehört zu werden.
Johanna Stahlberg

Farbloses Glas in rotem Licht. 70 x 50 cm. Acryl auf Leinwand. Oben Foto als Ausgangspunkt der Malerei
Licht umgibt uns tagtäglich und kann dabei ganz unterschiedliche Wirkungen hervorrufen. Warmes Licht eines Sommerabends schafft eine angenehme Atmosphäre, während das blaue Licht eines Handybildschirms uns am Abend wachhalten kann. Auch rote Ampeln, flackernde Kerzen oder leuchtende Werbetafeln beeinflussen unsere Stimmung und unser Verhalten. Licht kann dabei unser Erleben der Umgebung verändern.
Maresa Otte

Diese Serie an Tierporträts dokumentiert den künstlerischen Prozess, der zu meinem Hauptprojekt „Selbstporträt mit Diego“ geführt hat. Die grundlegende Intention hinter dieser Werksammlung bestand darin, neue Vorgehensweisen, die außerhalb meiner bisherigen akademischen Praxis lagen, zu erproben: Neben dem Austesten ungewohnter Techniken wählte ich mit meinen eigenen Haustieren ein Motiv, das ich zuvor noch nie in meinem Studium einbezogen hatte. Insgesamt entstanden dabei sowohl realistische Darstellungen mit Bleistift (Bonnie) und Ölpastellkreide (Eddy, Fleur und Diego II) als auch farbintensive und kontrastreiche Werke mit Acrylstiften (Diego I und Jeanny), bei denen ich mich unter anderem stilistisch an der Pop-Art und den Werken von Andy Warhol orientierte.