Tipps für die Online-Lehre

Neben den Empfehlungen und Anleitungen für die möglichen Tools, die Sie für die Gestaltung Ihrer Online-Lehre einsetzen können, möchten wir Ihnen hier grundsätzliche Hinweise zur digitalen Lehre geben[1].

1. Holen Sie sich Unterstützung

Das Team der E-Didaktik steht Ihnen gerne bei allen Fragen rund um den Einsatz von Technik oder zu didaktischen Szenarien zur Seite. Kontaktieren Sie uns gern per E-Mail edidaktik@uol.de. Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen. Oder kommen Sie in unsere Online-Sprechstunde. Auch Kolleg*innen können hilfreiche Ratgeber*innen sein; tauschen sich auch untereinander zu Themen der Online-Lehre aus.

2. Setzen Sie auf die richtige Technik und passenden Anwendungen

Hier spielen die Art der Lehrveranstaltung, insbesondere die Anzahl der Studierenden sowie die Lernaktivitäten und die Beteiligung der Studierenden eine wichtige Rolle. Mehr Infos finden Sie auf den Seiten der E-Didaktik, die fortlaufend ergänzt werden: https://wp.uni-oldenburg.de/edidactics/.

3. Wahrscheinlich benötigen Sie mehr Planungszeit als bei Präsenzveranstaltungen

Eine sorgfältige Planung einer Lehrveranstaltung kann Ihnen Sicherheit geben und hilft Ihnen bei der Auswahl passender Methoden und digitaler Tools. Ebenso wie Sie den Einsatz von Medien und Methoden in der Präsenzlehre vorbereiten, planen Sie den Einsatz der digitalen Tools. Stellen Sie sich Stud.IP als digitale Version des Uni-Campus vor. So organisieren Sie zunächst Ihren virtuellen Raum für Ihre Lehrveranstaltung auf Stud.IP. Dabei können folgende Überlegungen helfen:

  • Formulieren Sie klar definierte Lernziele
    Was sollen die Studierenden nach der Teilnahme an Ihrer Veranstaltung können? Welche fachlichen Inhalte und Methoden stehen im Fokus? Welche sozialen Fähigkeiten oder Selbstkompetenzen sollen die Studierenden erlangen? Die Ziele sollten realistisch erreichbar und messbar sein.
  • Kommunizieren Sie einen klaren Zeitplan
    Kommunizieren Sie feste Zeiten für die Online-Vorträge (falls Sie diese anbieten), für individuelles Arbeiten oder Gruppenarbeit sowie Abgabetermine für Aufgaben (mit Angaben, wie diese einzureichen sind). Aus aktuellem Anlass können hier aber auch flexible Lösungen erforderlich sein.
  • Seien Sie offen für einen Perspektivwechsel
    Was Ihnen eindeutig erscheint, ist es aus Sicht Ihrer Studierenden nicht unbedingt. Leicht können Missverständnisse entstehen. Prüfen Sie die Kommunikation genau und fügen Sie bei Bedarf Erklärungen hinzu und stehen für klärende Fragen zur Verfügung.
  • Kommunikation ist kein Selbstläufer
    Kümmern Sie sich um regelmäßige Kommunikation mit ihren Studierenden und seien Sie präsent, zum Beispiel in Foren, Chats (Blubber), Videokonferenzen sowie über regelmäßiges Feedback zu den Arbeitsaufträgen der Studierenden. Dazu bieten sich z.B. Aufträge in Clocked, Kommentare zu studentischen Blogposts in WordPress oder Nachrichten über Stud.IP an. Sie könnten auch einen Zeitraum festlegen, in dem Studierende mit einer Antwort Ihrerseits rechnen können (z.B. werktags innerhalb von 48 Stunden). Bitte beachten Sie: die schriftliche Online-Kommunikation führt leichter zu Fehlinterpretationen, weil der persönliche Kontakt mit Mimik und Gesten fehlt. Bei Bedarf können Sie gemeinsam mit den Studierenden Regeln für die Online-Kommunikation einführen. Auch ein Profilfoto kann zu einer persönlicheren Ebene beitragen.
  • Stellen Sie den Studierenden weitere Materialien zur Verfügung
    Links zu (digitalen) Artikeln, Literatur, Videos, Podcasts oder Internetseiten können hilfreich sein. Sollten diese Materialien in der Bibliothek verfügbar sein, können Sie diese direkt in den Literaturempfehlungen auf Stud.IP einfügen (siehe Tool zur Erstellung von Literaturlisten in Stud.IP).
  • Bemühen Sie sich, soweit möglich, um abwechslungsreiche Lernaktivitäten
    Abwechslungsreiche Lernaktivitäten können den Lernerfolg und die Motivation steigern.
  • Regen Sie einen Austausch zwischen den Studierenden an
    Ermuntern Sie die Studierenden, sich ab und zu in kleinen Gruppen (zwei bis fünf Studierende) auf synchronen Kommunikationswegen (z.B. Chats) zu verabreden. Zusätzlich können Sie unterschiedliche Diskussionsforen einrichten, zum Beispiel für die Einführung am Anfang des Kurses oder für Diskussionsfragen rund um den Lernstoff. Dies kann dabei helfen, eine virtuelle Lern-Community für Ihre Lehrveranstaltung zu bilden.

4. Teilen Sie die Inhalte Ihrer Veranstaltung in kleine „Häppchen“

Planen Sie für Ihre Online-Vorträge nicht mehr als 20 Minuten ein oder teilen Sie Ihren Vortrag in 15-minütige, für sich stehende Segmente, denen jeweils ein Arbeitsauftrag für die Studierenden folgt. Ihre Präsentation sollte sich auf die Gliederung der zentralen Themen oder die wichtigsten Punkte komplexerer Inhalte beschränken, sodass Studierende den Stoff im Anschluss durch weitere Lektüre oder Videos vertiefen können. Sie können hierzu nach freien Lernmaterialien (Open Educational Resources, kurz OER)[2] suchen, die für Bildungszwecke offen zugänglich sind. So müssen Sie nicht alle Inhalte selbst erstellen. Sehen Sie dies als eine Chance, nicht nur ihren Präsenzkurs online zu reproduzieren, sondern überlegen Sie, welche (neuen) Möglichkeiten digitale Medien Ihnen bieten – asynchrone Diskussionen, Online-Zusammenarbeit, unterschiedliche Ressourcen, die Sie nutzen können, die Einführung von neuen Tools etc.

Achten Sie auf den Workload der Studierenden

Schätzen Sie im Vorfeld ein, wie viel Zeit Studierende pro Woche durchschnittlich für Ihren Kurs aufwenden sollten. Fragen Sie sich dabei: Wie viel Zeit davon sollten Sie einen Vortrag hören? Wie viel können sich die Studierenden selbst erarbeiten? Wie kann ich sicherstellen, dass sich die Studierenden online in Verbindung setzen und sich nicht sozial isoliert fühlen? Bedenken Sie, dass Aktivitäten, die im persönlichen Kontakt schnell erledigt werden können, vor allem Gruppenarbeit, online oftmals viel länger dauern.

Wir wünschen Ihnen für die kommende Zeit, die uns vor viele Herausforderungen stellen wird, viel Erfolg damit, Ihre Lehre ins Netz zu bringen. Wir freuen uns, wenn wir Sie dabei unterstützen können!


[1] Die Informationen in diesem Dokument beruhen auf:
T. Bates (2020). Advice to those about to teach online because of the corona-virus. In: Online Learning and Distance Education Resources (Blog). Abgerufen am 25.03.2020, von https://www.tonybates.ca/2020/03/09/advice-to-those-about-to-teach-online-because-of-the-corona-virus/, lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0.
M. Weller (2020). The COVID-19 online pivot. In: The EdTechie (Blog). Abgerufen am 25.03.2020, von http://blog.edtechie.net/higher-ed/the-covid-19-online-pivot/, lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz: CC BY 4.0.

[2] Informationen zu OER finden Sie hier: https://open-educational-resources.de/aktuelle-oer-wissen-inhalte-bei-oerinfo/ und Videos zu unterschiedlichen Aspekten von OER hier: https://open-educational-resources.de/tag/oerklaert-videos/